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Kann Herr Müller mit AI seine Rendite verbessern?

  • Autorenbild: Peter Hahm
    Peter Hahm
  • 29. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Was für eine Frage, natürlich sollte er das können! Die Medien sind voll mit Kochrezepten für AI-optimierte Portfolien, die jedoch nur wieder die gleichen ETFs (a.k.a. "Heiliger Gral" ) enthalten. Wer da nur egoistische Motive unterstellt?


Als gewohnt kritischer Blogschreiber ist es Zeit für einen Selbstversuch mit ChatGPT und Copilot. Und bitte diesmal in die Tiefe ! Und so, dass auch wirkliche Vorteile für Herrn Müller entstehen können!

Das Setup

Betrachtet werden Ausgaben gängiger Large Language Modelle wie Gemini, ChatGPT, Copilot.

Gefüttert werden die Modelle mit Abfragen, die zum einen auf einen soliden quantitativen Fundament stehen. Andererseits soll das aktuelle makroökonomische und politische Umfeld berücksichtigt werden. Ergänzend bietet sich die Hinzunahme von Informationen anderer "Spieler" (Hedgefonds) an.


Szenario 1 - Makroanalyse

"Suche im aktuellen makroökonomischen Kontext nach Vermögenswerten, die ungewöhnliche Korrelationen zeigen. Erkläre was jede dieser Anomalien historisch bedeutete!"


Ich muss sagen, dass mich die Tiefe und Fundiertheit der erhaltenen Antworten überrascht hat.

Identifiziert wurden ungewöhnliche Veränderungen der Korrelationen bei

  • Aktien / Zins

  • Gold / Zins

  • Kupfer / Gold

  • Brent / WTI Spread (Preisunterschiede Ölsorten)

Der letzte Punkt wurde untermalt mit einer Analyse, dass dieser Spread auf eine Ausweitung der Raffineriemargen hindeutet und welche Werte davon am meisten profitieren. An dieser Stelle vorsichtshalber der Hinweis, "keine Anlageberatung/keine Anlageempfehlung", auch keine Empfehlung für den Tool-Einsatz.


Szenario 2 - Hedgefond - Trendanalyse

"Benutze Daten aus aktuellen 13F - Berichten um eine Übersicht zu erstellen, welche Sektoren und Aktien die 20 größten Hedgefonds dieses Quartal akkumulieren. Präsentiere neue Positionen, vollständige Verkäufe und erhöhte Positionen mit den Namen des Fonds."


Auch hier wieder eine umfassende und mit Kontext (welcher Hedgefonds / welcher Style) versehene Analyse. Da nur Daten im Rückspiegel verwendet werden (13F Formulare werden jeweils für das vergangene Quartal geliefert) vielleicht etwas weniger Aussagekraft (Tech, Tech, Tech). Mit der Hinzunahme des Kontext ( Fonds, die in der Vergangenheit sich erfolgreich gegen den Trend gestellt haben) etwas mehr Informationsgehalt, aber nicht für Herrn Müller geeignet.


Zusammenfassung

Die Einwertung historischer Daten im aktuellen Kontext ist den Modellen gelungen. Im Vergleich zu den für Privatpersonen zugänglichen Modellen von vor 12 Monaten hat die Entwicklung einen Riesensprung gemacht.


Entscheidend bei der Nutzengenerierung wird die "Art of Prompting", die Kunst Abfragen so auszudrücken, dass sie sich formalisieren lassen, dass sie auf existierenden und zugänglichen Informationen beruhen und den aktuellen Kontext (Witschaft, Politik etc.) sinnvoll einbeziehen.


Mit der freien Verfügbarkeit dieser Modelle werden sich die Märkte weiter verändern. Passives Investieren (ETF) wird weiter zunehmen, Es wird immer schwerer, besser abzuschneiden als der Markt und der Durchschnitt.


Außergewöhnliche Chancen wird es dann geben, wenn Menschen in den Mechanismus von Informationsbereitstellung und Preisbildung eingreifen. Das kann eigentlich nur durch Dummheit passieren, aber ist nicht ausgeschlossen!



 
 
 

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